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Neue Tilgungs- und Fördersätze bei der KfW

Der Versuch einer hilfreichen Antwort für Käufer

 Wollen Sie den Schritt wagen und eine Immobilie erwerben, dann ist immer die erste Frage, ob es lieber ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung sein soll. Die Suche nach der richtigen Antwort kann zermürbend sein und in manchen Fällen zu heftigen Diskussionen, wenn nicht sogar zum Streit führen. Das muss aber nicht sein.

Manche Menschen, die aus dem Bauch oder aus dem Gefühl heraus spontan entscheiden, tun sich nur vordergründig leichter. Auch sie sollten sich vor einer solch vielleicht einmaligen Festlegung auf einige wichtige Entscheidungshilfen stützen. Kopfgesteuerte Menschen tun es sowieso, auch wenn sie länger abwägen, welche Entscheidung für sie die richtige ist. Aber alles ist gar nicht so schwer, wenn man einige Regeln oder Hinweise als Unterstützung heranzieht und sich in Ruhe und ohne Zeitdruck mit ihnen beschäftigt.

 

Stadt oder Land? Die richtige Lage für Sie

Viele Leute schrecken richtig auf, wenn man ihnen die Frage stellt, ob sie sich ein Leben in einer größeren Stadt vorstellen können. Andere lachen gerade heraus, wenn man sie fragt, ob sie sich mit einem dauerhaften Wohnen auf dem Land anfreunden könnten. Und das ist genau die erste und vielleicht sogar entscheidende Überlegung, die zu weiteren Abwägungen führen kann. Wo fühle ich mich auf Dauer wohl? Hier zeigt sich eventuell schon eine starke Tendenz für ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung.

Die nächste, wichtige Überlegung betrifft die Lage der Immobilie. Sie ist entscheidend dafür, welchen Kaufpreis ich veranschlagen muss, bestimmt den aktuellen und zukünftigen Wert der Immobilie und ist ein wichtiges Kriterium, wenn man sich, nach Änderung der Lebensumstände, von ihr wieder trennen will. Am besten wäre natürlich eine Immobilie in 1-a-Lage. Das gilt sowohl für ein Haus als auch für eine Eigentumswohnung. In engem Zusammenhang mit der Lage der Immobilie steht die umliegende Umgebung. Gibt es eine gute und ausreichende Infrastruktur? Diese Frage schließt auch die medizinische Versorgung mit ein. Sind in der Nähe Ärzte und Kliniken vorhanden, die ich bei Krankheit oder im Notfall schnell und rechtzeitig erreiche?

 

Wie sieht Ihr Alltag aus?

Auch kulturelle, sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen ebenso wie weiterführende Schulen sind zur Infrastruktur zu zählen. Wie viele Wohn- und Nutzräume und wie viele Zimmer benötige ich aktuell und zukünftig? Auf die Antwort dazu hat natürlich die Zahl der vorhandenen und noch geplanten Kinder einen großen Einfluss, ebenso wie die Notwendigkeit eines Arbeits- oder Gästezimmers. Auch hier sollte man bereits an die zukünftige Entwicklung der Familienstruktur denken. Irgendwann werden die Kinder das Haus oder die Wohnung verlassen und dann wird der Wohnraum möglicherweise überdimensioniert sein.

 

Auto oder Öffentliche: Wie kommen Sie von A nach B?

Wie wichtig ist mir die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr? Muss ich täglich längere Strecken zur Arbeitsstelle zurücklegen? Haben die Kinder einen zumutbaren Schulweg? Sind in der Nähe Kindertagesstätten gut erreichbar? Und wer holt abends die Kinder aus der Stadt ab, wenn sie älter geworden sind und mit Freunden feiern wollen? Der Zeitfaktor ist das eine. Denn wenn Sie auf das Auto angewiesen sind, dann kommen im Laufe Ihres Arbeitslebens rund eineinhalb Jahre zusammen, die Sie auf der Straße im Auto verbringen, um nicht zu sagen vergeuden. Die Mehrkosten für die täglichen Fahrten sind das andere. Und die Umweltbelastung kommt noch dazu.   Entscheiden Sie sich für ein Einfamilienhaus, muss Ihnen klar sein, dass Sie die alleinige Verantwortung und die Folgekosten für die Immobilie tragen. Das ist bei einer Eigentumswohnung anders, weil da die Eigentümergemeinschaft neben der Verantwortung auch die Kosten trägt, die dann auf Sie anteilig umgelegt werden. So können mehrere Schultern auch mehr stemmen. Meist ist auch ein Verwalter der Wohnanlage eingesetzt, der sich um die verschiedensten Dinge kümmert und Ihnen so die Arbeit abnimmt.

 

Selbstbestimmung: Wie wichtig für Sie?

Im Gegensatz zu einer Eigentumswohnung haben Sie bei einem Einfamilienhaus eine weitaus größere Gestaltungsfreiheit. Eine Ausnahme bildet das „Haus von der Stange“, da hier die Gestaltungsmöglichkeiten eher begrenzt sind. Allerdings müssen Sie sich um alles, was mit dem Hausbau in Zusammenhang steht, auch selbst kümmern. Das kostet neben einem erheblichen Zeitaufwand auch manchmal sehr viel Nervenkraft. Eine zentrale Frage ist zudem die Finanzierung des Projekts. Bitte fragen Sie sich und reflektieren Sie es genau: Wie viel traue ich mir zu? Ohne Beratung kommen Sie nicht aus.

 

Werterhalt: Haus oder Wohnung?

Die Anschaffungskosten sind bei einem Einfamilienhaus meist höher als bei einer Eigentumswohnung. Umgekehrt ist bei einem Verkauf eines Einfamilienhauses am Land der Wertzuwachs der Immobilie im Vergleich zur Stadtlage im Lauf der Jahre erstaunlich gering, wenn es überhaupt einen gibt. Berücksichtigt man, dass die Wertsteigerung vom Wert des Grundstückes und nicht des Hauses, das ja in die Jahre gekommen ist, abhängig ist, dann kann für viele Immobilienbesitzer am Land bei einem Verkauf das überraschende Erwachen kommen. Denn wenn man nach vielen Versuchen endlich den richtigen Käufer gefunden zu haben scheint, dann fragt man sich erstaunt, warum man für den Erlös des Hauses in der Stadt nur eine 2-Zimmer-Wohnung bekommt. Die Erwartungen beim damaligen Kauf oder Bau des Einfamilienhauses waren noch ganz andere gewesen. Das muss man im Voraus einplanen.

Bei einem Einfamilienhaus auf dem Land trägt man die Kosten für den Unterhalt alleine, hat aber eine hohe Gestaltungsfreiheit beim Bau und ein Platzangebot, das man selbst bestimmen kann. Wer einen Garten liebt, der geht aufs Land. Meist ist allerdings die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr nicht besonders gut.

Eine Eigentumswohnung wird meist in den Städten angeboten. Dort gibt es ein breites Spektrum an Infrastruktur mit guter bis sehr guter medizinischer und ärztlicher Versorgung und einer großen Auswahl an weiterführenden Schulen, Kindertagesstätten und kulturellen sowie sportlichen Möglichkeiten. Die Anschaffungskosten sind meist niedriger als bei einem Einfamilienhaus. Gleichzeitig ist der Wertzuwachs dieser Immobilie im Laufe der Jahre wesentlich höher, weil in den Städten die Grundstückspreise schneller und höher steigen als anderswo und davon auch die Wohnung profitiert.

Die Unterhaltskosten bei großen Reparaturen und Sanierungen werden von der Eigentümergemeinschaft getragen, allerdings ist die Gestaltungsfreiheit doch sehr begrenzt – mit einer Ausnahme: Die Wohnung wird bereits im Stadium der noch nicht abgeschlossenen Planung erworben. Dann kann noch auf viele Wünsche eingegangen werden. Man darf jedoch kein ausgesprochener Gartenfreak sein, wobei ein Balkon oder eine Terrasse im Erdgeschoss auch nicht zu verachten sind. Die Lage der Wohnung spielt eine größere Rolle als die bei einem Einfamilienhaus.

 

Doppelhaus oder Reihenhaus?

Was in der bisherigen Darstellung noch fehlt, ist die Beurteilung des Erwerbs eines Reihenhauses oder einer Doppelhaushälfte. Aufgrund der stark nachlassenden Verfügbarkeit von Bauland, der in den letzten Jahren weiter gestiegenen Grundstückspreise und demzufolge auch der Erwerbskosten, werden diese Wohnformen allenfalls an der Peripherie von Städten entstehen. In den Innenstädten oder am Rand der Innenstädte wird es dafür zu teuer werden. Das Reihenhaus oder die Doppelhaushälfte konkurrieren also dort nicht mit der Eigentumswohnung. Ansonsten sind die Platzangebote und die Gestaltungsfreiheiten bei solchen Immobilien nicht mit einem Einfamilienhaus zu vergleichen, vor allem wenn man der Gartenarbeit verfallen ist. Das Reihenhaus oder die Doppelhaushälfte sind für viele Erwerber jedoch oft gute und akzeptable Kompromisslösungen, die manche Vorteile einer Eigentumswohnung und manche eines Einfamilienhauses verbinden. Jede Entscheidung für das Reihenhaus oder die Doppelhaushälfte wird viele gute Gründe haben. Und darin liegt gerade die Individualität der Entscheidung für die eine oder andere Immobilie.

 

Fazit

Die Entscheidung für ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung hängt von vielen Faktoren ab. Von den objektiven Kriterien sprechen manche für das Einfamilienhaus, viele aber auch für die Eigentumswohnung. Dabei steht nicht nur die aktuelle Situation des einzelnen Interessenten im Fokus. Auch die Zeit des Älterwerdens darf nicht in den Überlegungen fehlen. Die Zahl der Menschen, die in die Städte ziehen, nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Das kann durchaus daran liegen, dass die Infrastruktur am Land eben nicht ganz zufriedenstellend ist. Die Kinder möchten weiterführende Schulen besuchen, abends mit Freunden in der Stadt ausgehen, die Erwachsenen wollen Kulturveranstaltungen im Staatstheater besuchen oder soziale Kontakte mit anderen Menschen, z. B. mit Arbeitskolleginnen und -kollegen vertiefen. Wer sich der Illusion hingibt, dass er das alles vom Land aus machen kann, den wird die Realität einholen. Viele Eigentümer eines Einfamilienhauses auf dem Land verkaufen ihr Haus und nehmen sich eine Eigentumswohnung in den Innenstädten. Und das sind nicht nur ältere Menschen. Dieser Trend wird sich noch verstärken.

Auf Dauer betrachtet hat nach Abwägung aller Kriterien die Wohnung in den meisten Fällen mehr Vorteile, nehmen wir nur den Wertzuwachs. Wir wünschen Ihnen für Ihre Entscheidung viel Glück und ein gutes Händchen.  

Fragen & Antworten

Viele potentielle Erwerber einer Immobilie finden sich im KfW–Dschungel nicht zurecht. Hier einige häufig gestellte Fragen:

 

Wer kann die Förderung erhalten?

Jede Privatperson bei jedem Kauf eines Neubaus, das den KfW-Standard erfüllt, unabhängig davon, ob es eine Eigentumswohnung, eine Doppelhaushälfte, ein Reihenhaus oder ein Einfamilienhaus ist. Die Förderung kann ggf. auch mehrfach beantragt werden.

 

Wie und wo erhalten die Kaufinteressierten die Förderung durch die KfW?

Eine KfW-Online-Bestätigung erhalten Sie über den jeweiligen Bauträger/Architekten. Die Bestätigung geben Sie bei der zu finanzierenden Bank ab, die dann das Darlehen und die Förderung für Sie beantragt.

 

Was müssen Kaufinteressierte tun und wie läuft das Verfahren für den Erhalt der Förderung?

Den Antrag für das KfW-Darlehen von max. 120.000 Euro reichen Sie bei der finanzierenden Bank ein. Nach Baufertigstellung erhalten Sie die Bestätigung vom Bauträger/Architekten, die Sie bei der finanzierenden Bank abgeben. Die Bank leitet diese an die KfW weiter und Sie bekommen nach ein bis zwei Monaten den Tilgungszuschuss direkt auf das aufgenommene Darlehen; somit verringern Sie die Restschuld und die monatliche Rate bei der Bank.

 

Wie hoch ist die Förderung beim KfW-55-Standardgebäude?

Die Förderung beträgt 15 % von max. 120.000 Euro Darlehenssumme. Somit also maximal 18.000 Euro.  

Peter Murrmann / VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG
Text

Illustration: Schultheiß Projektentwicklung AG

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