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Hochbeet: Richtige Erde und passende Pflanzen

Worauf Sie beim Befüllen und Bepflanzen achten sollten

Für Menschen mit Rückenproblemen oder eingeschränkter Beweglichkeit liegt der große Vorteil von Hochbeeten auf der Hand: Alle Pflanzarbeiten und die Pflege des Beetes lassen sich in angenehmer Arbeitshöhe erledigen. Ein Hochbeet punktet aber noch mit anderen Vorzügen. Wenn Sie ein paar Punkte beim Aufbau und Bepflanzen beachten, können Sie mit einer reichen Ernte rechnen.

 

Was sind die Vorteile eines Hochbeets?

Höhere Ernteerträge als bei Flachbeeten
Hochbeete entwickeln schneller Wärme als gewöhnliche Beete am Boden und können diese Wärme auch länger speichern. Das liegt unter anderem an der Verrottungswärme, die wegen des besonderen Schichtenaufbaus im Inneren entsteht. Die Wurzeln reagieren auf die Wärme mit einem besseren Wachstum. Pflanzen im Hochbeet beginnen daher im Frühjahr eher mit dem Wachstum und halten im Herbst länger durch. Sie dürfen sich also über eine verlängerte Ernte-Saison freuen.


Gärtnern ohne Garten möglich
Wer seine Leidenschaft fürs Gärtnern entdeckt, aber keinen eigenen Garten hat, kann sich mit einem Hochbeet eine Alternative auf Terrasse oder Balkon holen. So ist Gemüseanbau im Miniaturformat sogar mit einer Wohnung in der Stadt möglich.


Weniger Unkraut
Unkraut verbreitet sich zum Großteil über die vom Wind verwehten Samen. Allerdings fliegen sie nicht besonders hoch, sondern bleiben auf ihrer Reise eher in Bodennähe. Hochbeete sind damit meist zu hoch, als dass sich hier das lästige Saatgut einnisten könnte. Dadurch sparen Sie sich zeitaufwendiges Unkrautjäten.


Weniger Schnecken im Beet
Dass sich irgendwann Schnecken über Ihren mühevoll gehegten Anbau hermachen, ist nervig, erwischt früher oder später aber fast jeden Hobbygärtner. Mit einem Hochbeet machen Sie es den ungebetenen Gästen schwer, an Ihr Gemüse ranzukommen. Zudem sparen Sie sich den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

 

Welche Nachteile gibt es?

Hochbeete haben zwar überzeugende Vorteile. Wer sich ein solches Beet anschaffen möchte, sollte vorher aber auch wissen, welche Nebenwirkungen auf ihn zukommt – und das sind in erster Linie vergleichsweise hohe Kosten.

Sofern Sie Ihr Hochbeet nicht in Eigenregie zimmern, liegt allein der Anschaffungspreis schnell bei mehreren hundert Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Füllmaterial, denn so ein Hochbeet schluckt ziemlich viel Erde, bis es einmal voll ist. Und dabei bleibt es nicht: Durch den Verrottungsprozess im Inneren sackt die Erde nach und nach ab. Das bedeutet, dass Sie jedes Frühjahr Ihr Beet wieder auffüllen müssen.

Wissen sollten Sie auch, dass der Wasserbedarf eines Hochbeets deutlich höher als bei einem Flachbeet ist. Denn durch die stärkere Wärmeentwicklung im Inneren verdunstet Feuchtigkeit sehr schnell. An trockenen, heißen Tagen kann es sein, dass Sie öfter als zweimal täglich gießen müssen.

 

Wichtig für den Ernteerfolg: Standort und Erde

Ob Sie ein Bausatz-Hochbeet aus dem Baumarkt kaufen oder die Do-it-yourself-Variante ausprobieren und selbst einen Behälter bauen – wichtig für eine reiche Ernte sind vor allem der Standort und die richtige Füllung.

Im Idealfall bekommt Ihr Hochbeet ein Plätzchen an der Sonne. Längliche Gefäße werden am besten von Norden nach Süden ausgerichtet, damit die Pflanzen am meisten Sonne abbekommen. Ansonsten sollten Sie darauf achten, dass das Hochbett eben steht und keine Neigung aufweist. Keine Bedingung aber definitiv hilfreich ist es, wenn Sie einen Wasseranschluss in unmittelbarer Umgebung haben, denn besonders an heißen Tagen brauchen die Pflanzen darin viel Wasser.

So befüllen Sie Ihr Hochbeet richtig

Was die richtige Füllung betrifft, sollten Sie im Schichtsystem vorgehen und Ihren Behälter von unten nach oben folgendermaßen befüllen:

1. Schicht: Grobes Material wie Äste, Stängel und Schnittgut
2. Schicht: Feines Gehölz wie Hackschnitzel
3. Schicht: Grünabfälle wie Laub, Pflanzenresten oder Rasenschnitt
4. Schicht: Feiner Kompost
5. Schicht: Hochwertige Pflanzerde

Die erste, zweite und dritte Schicht sollten alle gleich hoch sein, vierte und fünfte Schicht können im Vergleich etwas niedriger ausfallen. Falls Ihr Hochbett nicht bereits vom Hersteller damit ausgestattet wurde, sollten Sie unter der ersten Schicht noch sogenannten Hasendraht anbringen. Ansonsten wird sich Ihr Hochbeet unter Mäusen und anderen Kleintieren schnell als ideale Unterkunft herumsprechen.

 

Welche Pflanzen eignen sich für ein Hochbeet?

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Theoretisch können Sie Ihr Hochbeet bepflanzen, wie Sie möchten. Klassiker sind Kräuter und Gemüsepflanzen, aber natürlich fühlen sich hier auch Erdbeeren oder Zierpflanzen wohl.

Damit Ihre Aussaat ein voller Erfolg wird, sollten Sie aber einige Dinge beim Bepflanzen berücksichtigen. Denn auch unter Pflanzen gibt es schlechte Nachbarschaft - nicht jedes Gemüse und Kraut verträgt sich miteinander. Achten Sie zum Beispiel auf einen ähnlichen Wasserbedarf.

Zudem lassen sich Pflanzen in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer einteilen – je nachdem, wie viele Nährstoffe sie brauchen: Starkzehrern müssen Sie viele Nährstoffe zuführen, Schwachzehrern nur wenige.

Es ist sinnvoll, im ersten Jahr, wenn der Nährstoffgehalt in der Erde noch am höchsten ist, auf Starkzehrer zu setzen, im darauffolgenden Jahr dann Mittelzehrer und im dritten Jahr Schwachzehrer zu pflanzen.

Nutzpflanzen beispielsweise teilen sich folgendermaßen ein:

Starkzehrer: Kartoffeln, Lauch, Tomaten, Sellerie, Kohlarten, Gurken
Mittelzehrer: Karotten, Zwiebeln, Radieschen, Salat, Fenchel, Knoblauch, Rote Beete, Spinat
Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen, Feldsalat, Erdbeeren, Kräuter, Rucola

 

Vorsicht vor Nährstoffüberschuss

Setzen Sie im in ersten Jahr, wenn der Nährstoffgehalt am höchsten ist, Schwachzehrer in die Erde, kann es zu einem Nitratüberschuss in der Pflanze kommen. Denn diese Pflanzen haben schon von Natur aus einen hohen Nitratgehalt und sollten daher nicht noch zusätzlich von außen mit Nitrat versorgt werden.

Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden und sich dann negativ auf den Sauerstofftransport in den Blutbahnen auswirken. Zudem verlieren Kräuter in Folge eines Nährstoffüberschusses oft an Geschmack und Duft.

Judith Müller
Text

Illustration: Schultheiß Projektentwicklung AG
Bild: Pixabay/Counselling

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