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Kamin, Kaminofen oder Kachelofen?

Für Immobilienkäufer eine brennende Frage

Der Reiz einer eigenen Feuerstelle im Haus oder in der Wohnung, um die Räume mit Wärme zu versorgen, sei es ein offener Kamin oder ein Kamin- oder Kachelofen, ist ungebrochen. Besonders im Herbst und Winter bieten diese Befeuerungsmöglichkeiten willkommene Wärmequellen, die für eine behagliche Atmosphäre in der Immobilie sorgen und bei einem Kamin oder Kaminofen ein faszinierendes Flammenspiel inszenieren.

 

Kamine

Seit der Mensch das Feuer entdeckte, ist er von seinem Schein und seiner Wärme fasziniert. Im 13. Jahrhundert begann er, das Feuer in Räumen in Form von offenen Kaminen einzufassen. Nach circa 800 Jahren schmücken diese heute noch, wenn auch nicht mehr so häufig, die Wohnzimmer von Häusern und Wohnungen. Nach wie vor spielt die Ausstrahlung des offenen Feuers und die Faszination der Flamme eine große Rolle. Andererseits darf man angesichts der Umweltbelastung durch fossile Brennstoffe die Frage stellen: Ist der offene Kamin ein Dinosaurier der räumlichen Beheizung oder aber nur ein wenig Spielerei? Denn mit anderen modernen Beheizungsmöglichkeiten reduziert sich der offene Kamin auf die dekorative Wirkung des Flammenspiels. Man nutzt also den Kamin nicht mehr in seiner früheren Funktion, Räume zu wärmen – das ist lediglich eine Randerscheinung. Darüber sollte man sich bei einer Entscheidung für einen offenen Kamin in einer Immobilie bewusst sein.

Bei einem offenen Kamin wird das Holz in einem offenen Brennraum auf einem speziellen Rost oder einer Bodenplatte verfeuert. Hierbei wird die Verbrennungsluftzufuhr über eine Öffnung an der Front lediglich durch einen Kaminzug umgeleitet. Dadurch kann nur eine geringe Wärmenutzung erreicht werden.

Grundsätzlich sind offene Kamine recht simpel aufgebaut. Sie bestehen zumeist nur aus einer Mulde, in der das Holz verbrannt wird, und einem Rauchabzug. Um einen besonderen Charme zu erzeugen, wird der Kamin sehr häufig mit Umrandungen oder Verkleidungen versehen. Damit der Brennstoff immer ausreichend Sauerstoff erhält, wird er in der Regel auf einen speziellen Feuerblock gelegt. Damit brennt das Holz schneller an, so dass sich auch schnell Flammen bilden.

Einen offenen Kamin kann man nur betreiben, wenn ein Schornstein vorhanden ist. Das ist absolute Voraussetzung. Vor dem Einbau müssen Brandschutzvorkehrungen getroffen werden. Beim Betrieb sollte man in dem Raum stets ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleisten. Eine regelmäßige Lüftung ist unumgänglich. Auch sollte der Kamin am Anfang nicht auf Volllast gefahren werden. Man sollte austesten, welche Mengen an Brennholz ideal sind. Dabei ist es sehr wichtig, auf gut getrocknetes Holz zurückzugreifen, damit möglichst wenig unangenehmer Qualm und im Gegenzug möglichst viel Wärme erzeugt wird. Als Brennmaterial können luftgetrocknetes Scheitholz, Hackschnitzel, Reisig und Zapfen verwendet werden. Aber auch Holzbriketts und Holzpellets sind geeignet.

In Deutschland gibt es, wer mag es bezweifeln, natürlich viele Regeln rund um das Thema Heizen mit Feuerstellen. Zum Beispiel müssen moderne Kamine bestimmte Abgaswerte einhalten. Diese Abgaswerte können mit einem offenen Kamin nicht erreicht werden. Deshalb darf die Benutzung von offenen Kaminen nur gelegentlich erfolgen. Gelegentlich bedeutet in diesem Fall, dass der Kamin zum Schutze der Nachbarschaft nur an acht Tagen im Monat und dann auch nur für maximal fünf Stunden betrieben werden darf.

Das alleine macht die Anschaffung einer solchen Feuerstelle und das Beheizen mit ihr problematisch. Ob allein aus Spielerei oder wegen der dekorativen Vorführung ein Kamin angeschafft werden soll, muss gut überlegt sein. Es gibt alternative Feueranlagen, die ebenfalls behagliche Wärme liefern.

 

Kaminöfen

Ein Kaminofen ist ein Ofen für fossile oder biogene Brennstoffe, der vor oder neben einem Schornstein steht und mit einem Ofenrohr an diesen angeschlossen ist. Er braucht also auch wie ein offener Kamin einen direkten Schornsteinanschluss. Von einem offenen Kamin unterscheidet er sich insoweit, dass er eine bis auf die Lufteintrittsöffnungen geschlossene Brennkammer aufweist und er meist nicht eingebaut ist. Für Türen mit einem Fenster wird transparente Glaskeramik eingesetzt.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen Kaminen und Kaminöfen ist die Effizienz. Ein Kaminofen ist viel effizienter als ein offener Kamin, da bei letzterem ein großer Teil der Wärme über den Schornstein verloren geht und das Brennmaterial schneller und unkontrollierter verbrennt. Werden Kaminöfen mit dem Heizwasserkreislauf verbunden (sogenannte wasserführende Kaminöfen), ist eine Energiekostenersparnis von bis zu 90 Prozent möglich.

Durch die hohe Energieeffizienz, die bei modernen Kaminöfen bei 90 Prozent liegt, verbrauchen sie nur wenig Brennmaterial. Dadurch erzielen sie geringe Emissionswerte, was zur allgemeinen Umweltfreundlichkeit beiträgt. Sie nutzen nachwachsende Rohstoffe und damit alternative Energie zur Wärmeerzeugung. Bei der Verbrennung von Holz wird nämlich nur so viel CO2 frei, wie der Baum während seines Wachstums aus der Luft aufgenommen hat – ein natürlicher Vorgang, denn auch bei der Verrottung würde diese Menge an CO2 wieder freigegeben. Kaminöfen sind nicht eingebaut wie ein offener Kamin und deshalb auf- und abbaubar. Bei einem Umzug können sie mitgenommen werden.

Kaminöfen werden außerdem in einer großen Vielfalt angeboten, so dass für jeden Interessierten der richtige dabei sein sollte. Schließlich muss man bei der Entscheidung für einen Kaminofen auch berücksichtigen, dass eine konstante Nachbefeuerung unbedingt notwendig ist. So schnell der Ofen die Wärme erzeugt, so schnell ist es mit der Wärme vorbei, wenn der Ofen ausgegangen ist. Eine Ummantelung des Ofens mit Naturstein oder Kacheln ist eine große Hilfe für die Wärmespeicherung. Nicht ummantelte Öfen heizen nämlich nur so lange, wie das Feuer lodert.

Wie bei allen Feuerstellen spielt auch beim Kaminofen die Sicherheit und die sachgemäße Benutzung eine wichtige Rolle. In erster Linie sollte der Raum, in dem der Kaminofen aufgestellt wird, nicht kleiner als 15 Quadratmeter sein, denn sonst wird dem Raum zu viel Sauerstoff entzogen. Wer in diesem Fall nicht dauerhaft lüftet, setzt sich gesundheitlichen Gefahren aus, die nicht zu unterschätzen sind. Genau wie beim offenen Kamin gibt es beim Kaminofen nicht nur Vorteile. Wie schneidet da der Kachelofen ab?

 

Kachelofen

Obwohl Kaminöfen bei Immobilieneigentümern sehr beliebt sind, reißt die Nachfrage bei echten Ofenbauern nicht ab. Sie errichten aufwendige Kachelöfen – auch mit Wasserheizung. Doch das hat seinen Preis. Schon zu Großmutters Zeiten war die Ofenbank ein beliebter Platz im Wohnzimmer oder in der Küche. Jeden Morgen wurde der Kachelofen mit Holz oder Briketts geheizt und gab den ganzen Tag über eine angenehme und wohlige Wärme ab. Das Befeuern und Reinigen des Ofens war allerdings eine schmutzige Angelegenheit.

Heute hat eine wachsende Zahl an Nutzern wieder Freude an größeren Ofenkonstruktionen mit aufwendigen Gestaltungselementen – und an der berühmten Ofenbank. An kalten Wintertagen, oder wenn es draußen stürmt und regnet, gibt es wohl kaum einen gemütlicheren Platz.

 

Alles nur Romantik? Mitnichten!

Neue Kachelöfen sind heute mit modernsten Brennkammern ausgestattet und können sogar zur Warmwasserbereitung oder als Zusatzheizung für die gesamte Wohnung oder das Haus genutzt werden. Hierin unterscheiden sie sich von normalen Kaminöfen, die in der Regel als optische Unterhaltung dienen und meistens nur dann Wärme liefern, wenn das Holz lichterloh brennt. Die Nachwärme hält allenfalls zwei bis drei Stunden, während Kachelöfen, wenn sie gut konstruiert sind, die ganze Nacht über Wärme liefern können.

Charakteristisch sind der zweischalig gemauerte Feuerraum und das ausgeklügelte System an steigenden, fallenden und liegenden Heizgaszügen aus hochwertigem Schamottestein. Kachelöfen werden entweder als Bausatz geliefert oder in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Meistens handelt es sich um liebevoll gearbeitete Einzelstücke, die eine klare Handschrift ihres Herstellers tragen. Je nach Größe und Beschaffenheit kann der Kachelofen ein ganzes Haus beheizen.

Wenn also jemand den Ofen nicht nur als kleine Zusatzquelle nutzen, sondern eine hohe Heizkraft erreichen möchte, ist er mit einem Kachelofen am besten bedient. Allerdings stellt sich für jeden potenziellen Kachelofenkäufer immer dieselbe Frage: Habe ich in meiner Wohnung oder in meinem Haus genügend Platz für eine solche Heizeinrichtung? Dieser Frage schließt sich sofort die nächste an: Kann ich mir einen Kachelofen leisten und wie ist das Preis-Leistungs- Verhältnis?

Das bedeutet, dass man sich vor der Entscheidung für die eine oder andere Heizquelle, sei es für einen offenen Kamin, einen Kamin- oder einen Kachelofen, immer seiner Ansprüche und Anforderungen an einen Ofen bewusst sein sollte. Deshalb ist eine fachliche Beratung niemals verkehrt und immer zu empfehlen. Sonst kann es ein böses Erwachen nach der Installation geben.

Interview mit Ofenbau Dörfler GmbH

Wir haben uns mit einem Fachmann ausgetauscht und sprachen mit Maximilian Dörfler, Geschäftsführer der Firma Ofenbau Dörfler GmbH in Neumarkt/Opf., einem renommierten Fachbetrieb.

 

Wer lässt sich heutzutage in seine Immobilie noch einen offenen Kamin einbauen?

Diese Ofenvariante wird meist nur noch in größeren Anwesen und eher zu dekorativen Zwecken verwendet. Denn durch das Fehlen einer Glasscheibe, reduziert sich ein offener Kamin auf das Wesentliche: das Feuer. Da hier keine Grenzen eines konfektionierten Einsatzes vorliegen, stellt er zumeist die opulenteste Form der Holzbefeuerung dar.

 

Welche Vor- und Nachteile haben Kaminöfen, und welche Kachelöfen?

Zu den Vorteilen von Kaminöfen gehören die hohe Effizienz, der geringe Platzbedarf, die einfache und schnelle Installation und die Möglichkeit, die Feuerstelle raumluftunabhängig von Lüftungssystemen zu betreiben. Die Nachteile von Kaminöfen sind beispielsweise die geringere Leistung, allgemein weniger Wärmespeicherung und die eingeschränkte Individualität. Die Vorteile von Kachelöfen sind die vielfältigen Möglichkeiten der Individualisierung, die hohe Wärmespeicherfähigkeit, ein großer Wärmeleistungsbereich und die Möglichkeit, zwischen Warmluft und Wärmespeicherung zu variieren.

 

Gibt es bei der Reinigung von Kamin- und Kachelöfen Unterschiede und worin bestehen diese?

Kaminöfen und Kachelöfen sind mit oder ohne Aschelade erhältlich. Diese befindet sich unterhalb der Feuerung und kann herausgenommen und dann entsprechend geleert werden. Allerdings gibt es beide Ofenvarianten auch als Muldenfeuerung. Ich persönlich präferiere diese, da die Asche hier regelmäßig mitverbrennt und man deutlich seltener reinigen muss. Hier wird je nach Betrieb alle sechs bis acht Wochen die Asche per Schaufel und Eimer entnommen.

 

Welche der drei Ofenvarianten empfehlen Sie – abgesehen von Preis und Platzbedarf?

Meine Wahl würde hierbei auf den Heizkamin fallen – die Ofenvariante, die wir schon seit Jahrzehnten empfehlen und einbauen. Dabei wird ein konfektionierter Einsatz mit einer Glasscheibe angebracht, mit einem dicken Schamottmantel ummauert und einem Speicher sowie einem Warmluftgitter versehen. Somit kann der Kunde durch Öffnen und Schließen der Gitter immer entscheiden, ob er schnelle Warmluft oder lang anhaltende Speicherwärme möchte. Alles mit dem Luxus einer federleicht hochschiebbaren Scheibe und auf Wunsch auch vollautomatischer Abbrandsteuerung.

 

Mit welchem Preis muss ein Käufer eines handwerklich hergestellten Kachelofens rechnen?

Ein kleiner Kachelofen startet bei circa 15.000 Euro. Je nach Ausstattung (handgemalte Kacheln, Erstreckung über mehrere Zimmer/Geschosse, Abbrandsteuerung etc.) sind nach oben keine Grenzen gesetzt.

 

Wie lange ist die Lebensdauer von Kamin- und Kachelöfen?

Bei freistehenden Kaminöfen unserer Qualität und bei entsprechender Pflege können Sie von 20 Jahren und mehr ausgehen. Von uns handwerklich erstellte Kachelöfen haben eine lebenslange Haltbarkeit. Hier können lediglich Verschleißteile wie Ausmauerungen oder Dichtbänder ausgetauscht werden müssen.  

Peter Murrmann
Text

Illustration: Schultheiß Projektentwicklung AG

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