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Richtig Heizen

Der Wärmequellen-Check für dein Zuhause

Bevor es draußen wieder kalt wird, sollten sich Bauherren und Sanierer Gedanken zum Thema Heizen machen. Denn jedes Heizsystem hat seine Stärken und Schwächen. Wir haben einen kleinen Überblick für euch erstellt.

 

Gas-Brennwertheizung

Die Gas-Brennwertheizung ist der Klassiker unter den Heizsystemen. Wie es der Name vermuten lässt, wird Gas verbrannt, um das Zuhause mit Heizungswärme und warmem Wasser zu versorgen. Daher benötigt ihr einen Gasanschluss oder einen speziellen Tank. Die Heizung benötigt wenig Platz und passt in so gut wie jede Wohnform.

 

Der Brennwert-Effekt

Das Heizen mittels Brennwert-Effekt ist sehr effektiv: „Vereinfacht gesagt, wird die Wärme aus den bei der Verbrennung entstehenden Abgasen dazu verwendet, das abgekühlte Rücklaufwasser aus dem Heizungskreislauf zu erwärmen“, erklärt Armin Reiser von der Innung Sanitär- und Heizungstechnik Nürnberg-Fürth. Durch die Unterstützung durch Abgaswärme wird der Gasverbrauch reduziert.

Die Gas-Brennwertheizung kann ebenso in Kombination mit einer Solaranlage für Wärme und warmes Wasser in den vier Wänden sorgen. Das ist nicht nur effizient, sondern zugleich umweltbewusst.

Fernwärme

Ganz ohne Heizungsanlage und Co. kommt ihr aus, wenn ihr euer Zuhause mit Fernwärme versorgt. „Die Heizwärme kommt gebrauchsfertig zur Übergabestelle, die sich meist im Keller des Hauses befindet“, erläutert Reiser. Da sie weder Heizanlage noch Lagerplatz beansprucht, ist sie noch platzsparender als die Gas-Brennwertheizung. Obendrein spart ihr die Anschaffungs- sowie die Wartungskosten dafür.

Und wo kommt die Fernwärme her? In einem Kraftwerk (Gas, Kohle oder Biomasse) oder aus der Müllverbrennung wird Wärme gewonnen, die per heißem Wasser oder Dampf durch Rohrleitungen geschickt und in die angebundenen Haushalte verteilt wird. Dieses Verfahren wird auch Kraft-Wärme-Kopplung genannt und gilt als umweltschonende Heizmethode. „Die zweifache Verwertung punktet natürlich mit einer guten Ökobilanz“, so Reiser.

Diese zentrale Heizungsart weist jedoch einen Nachteil auf: „Je länger die Leitungswege, umso größer die Wärmeverluste“, gibt der Fachmann zu bedenken. Daher rechnet sich Fernwärme vor allem in den Ballungsräumen mit kurzen Wegen zu den Verbrauchern. Darüber hinaus kann Fernwärme, laut Reiser, je nach Region und Anbieter teurer ausfallen als ihre Mitstreiter wie Öl oder Gas.

Heizen mit Wärmepumpen

Wärmepumpen bieten eine umweltfreundliche Lösung und sind zudem unabhängig von schwankenden Kosten für Öl oder Gas. Sie bedienen sich je nach Typ an der Wärme des Wassers, der Luft oder aus der Erde und wandeln sie in einem ausgeklügelten Prozess in Heizungswärme um. „Vereinfacht gesagt, funktioniert das wie beim Kühlschrank – nur eben umgekehrt“, erklärt Reiser. Um die Pumpe zu betreiben, wird Strom benötigt – der lässt sich aber wunderbar aus der Kraft der Sonne gewinnen.

Die Wasser-Wärmepumpe gilt als effektivste unter den Pumpen. Allerdings sind hier, wie auch bei der Erdwärmepumpe, die Anschaffungskosten höher als bei herkömmlichen Heizungssystemen. Hat sich das Ganze amortisiert, zeigen sich die Wärmepumpen jedoch überaus wirtschaftlich. Darüber hinaus punkten sie mit langer Haltbarkeit und erweisen sich als wenig wartungsintensiv.

Einen Nachteil sieht Reiser allerdings noch: „Je höher der Energiebedarf eines Haushalts und Gebäudes, desto weniger effizient zeigen sich die Wärmpumpen.“

Alles eine Frage des Bedarfs

Generell hängt der Heizbedarf von den verschiedensten Faktoren und individuellen Ansprüchen ab, wie zum Beispiel dem persönlichen Wärmeempfinden. Daher empfehlen wir euch, eine Wärmebedarfsberechnung vom Fachmann erstellen zu lassen. Der prüft, wie oft die Bewohner zu Hause sind, wie viele Personen wie oft duschen und bei welchen Temperaturen sie sich wohlfühlen.

Und letztendlich: Egal, für welche Heizungsart ihr euch entscheidet: „Wer seine Zimmertemperatur nur um ein Grad herunter­dreht, kann Geld sparen“, so Reisers Tipp. Das Heizkosten-Sparpotenzial liegt pro Grad im Mittel bei circa vier Prozent. Nicht zuletzt steht und fällt der Energiebedarf und mit ihm die Heizkosten mit den energetischen Eigenschaften, die ein Gebäude aufweist – und die können sich bei modernen Neubauten mehr als sehen lassen.

Christina Kaiser
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