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Cocooning macht Stubenhocker zu Trendsettern

Es ist nirgends schöner als daheim

Der Begriff „Cocooning“ bedeutet übersetzt, sich einmummen oder einhüllen. Er bezieht sich eigentlich auf Insekten, die sich im Lauf ihrer Entwicklung in einen Kokon einspinnen. Sie kapseln sich (zumindest vorläufig) von der Welt ab und widmen sich in ihrer gemütlichen Höhle ganz sich selbst und ihrem Dasein. Mittlerweile dient der Begriff unter Menschen als Sinnbild für eine bestimmte Lebensweise.

Menschen, die eine Verschnaufpause vom Alltagbrauchen, verhalten sich auf eine gewisse Weise ähnlich wie Schmetterling und Co. im Kokon: Sie ziehen sich freiwillig ganz in die eigenen vier Wände zurück und sperren die stressige, komplizierte oder uninteressante Welt aus. Wer einen solchen Rückzug aber nicht nur alle paar Wochen zelebriert, sondern sich am liebsten dauerhaft im privaten Domizilaufhält, lebt den Lifestyle „Cocooning“.

Diese Art der Lebensführung ist keine moderne Erscheinung. Es gibt sie, seit Menschen existieren. Denn ein persönlicher Rückzugsort bedeutet Sicherheit und Entspannung – das, was jedes Lebewesen von Grund aufsucht und braucht, und mancher eben ein bisschen mehr als ein anderer. Dieser Lifestyle bekam in den 1980er Jahren zum ersten Mal von einer US-amerikanischen Trendforscherin einen Namen: Cocooning.

 

Kein Wohntrend, sondern eine Lebenseinstellung

Wer im Internet nach Cocooning sucht, dem fliegen zuerst eine Menge Bilder um die Ohren mit wunderbar gemütlich eingerichteten Wohn- und Schlafzimmern. Das erweckt den Eindruck, es könnte sich bei Cocooning um einen neuen Einrichtungstrend handeln, ganz wie beiden beiden skandinavischen Stilrichtungen Hygge und Lagom. Mit Cocooning ist aber kein bestimmter Einrichtungs- oder Wohnstilgemeint, sondern eine Lebensweise. Diese hat logischerweise großen Einfluss darauf, wie Sie Ihren sicheren Rückzugsort gestalten. Denn wer viel Zeit zu Hause verbringt, möchte es dort so schön wie möglich haben. Und auch den Gästen möchte man stolz seinen Wohlfühltempel präsentieren. Vorschriften, welche Farben oder Materialien dabei vorherrschen müssen, gibt es keine. Ihr Zuhause ist Ihr Kokon. Sie allein bestimmen, was gemütlich ist und welche Farben oder Accessoires Ihnen am besten gefallen. Es gibt kein richtig oder falsch.

 

Wer viel zu Hause ist, möchte es dort schön haben

Kuschelig-gemütlich klingt gut, aber Ihnen fehlen die Ideen, aus Ihrem Zuhause ein hyggeliges Nest zu bauen? Mit diesen Accessoires schaffen Sie eine Atmosphäre zum Wohlfühlen:

  • Kunstfelle und reichlich Kissen auf dem Sofa
  • Grob gestrickte Decken oder Kuscheldecken
  • Teppiche
  • Warme, erdige Farbtöne
  • Naturmaterialien wie Holz, Leder und Stein
  • Zimmerpflanzen

 

 

Was Cocooning mit Corona zu tun hat 

Keine Ausflüge, keine Urlaubsreisen, vom Chef angeordnetes Homeoffice oder sogar Kurzarbeit: Wegen der Corona-Pandemie ist ein Großteil von uns derzeit gezwungen, die meiste Zeit daheim zu verbringen. Spätestens jetzt merken wir, wie wichtig ein Zuhause ist, in dem wir uns sicher und geborgen fühlen, wenn vor der Haustür das Chaos ausbricht. Außerdem haben wir nun diese eine Ecke in der Wohnung, die uns schon lange nicht mehr gefällt, ständig vor Augen. Und wir haben die Zeit und Muße, uns mit Umdekorieren zu befassen. Corona hat uns gewissermaßen in den Cocooning-Lifestyle gezwungen.


 

 

Cocooning hat nichts mit Vereinsamen zu tun

Sind Cocooning-Anhänger Stubenhocker? Ja, auf eine gewisse Weise. Sind sie deswegen einsame Couch-Potatos mit dem Fernseher als liebsten Zeitgenossen? Mitnichten! Wer seine Zeit am liebsten in den eigenen vier Wänden verbringt, hat zwar schnell den Ruf eines menschenscheuen Eigenbrötlers. Auf Cocooner trifft das aber gar nicht zu. Sie flüchten nicht vor sozialen Kontakten, sondern meiden lediglich die Öffentlichkeit und bevorzugen gemütliche Abende zu Hause in vertrauter Umgebung. Familie und Freunde sind herzlich willkommen. Gemeinsame Abende finden nicht mehr in Bars oder Kneipen statt, sondern in der eigenen Residenz. Aus wilden Partynächten im Club werden Spielabende und Küchenpartys. Das Leben wird nach wie vor gefeiert– aber eben im kleinen Kreis und in ungezwungener Atmosphäre auf dem Balkon, im Garten oder auf dem Sofa.

Judith Müller
Text

Bild: Höffner Möbelgesellschaft GmbH & Co. KG

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