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Rollrasen: Vorteile, Nachteile und Kosten

Über Nacht zum perfekten Rasen im Garten

Der Klassiker beim Hausbau: Das neue Haus steht und übertrumpft in seiner edlen, modernen Erscheinung alle Nachbarhäuser. Allerdings ist der vornehme Neubau noch von einer Erd-Sand-Wüste umgeben. Wer bisher dachte, er wüsste, was Schmutz in der Wohnung bedeutet, wird während des Hausbaus eines Besseren belehrt. Viele Häuslebauer wünschen sich allein aus diesem Grund schnell einen dichten, grünen Rasen ums Eigenheim – vom optischen Mehrwert ganz abgesehen. Möglichst schnell, also praktisch über Nacht, geht es nur mit einem Rollrasen.

 

Zusammengefasst:

  • Mit Rollrasen bekommen Sie sofort eine perfekte Rasenfläche, die schon nach zwei Wochen voll belastbar ist.
  • Die Verlegung kann auch der Laie erledigen, allerdings muss er sich auf eine zeitintensive und schweißtreibende Arbeit einstellen.
  • Zudem braucht Rollrasen, vor allem in den ersten Wochen, sehr viel Feuchtigkeit.
  • Außerdem ist Rollrasen sehr teuer und kostet ein Vielfaches von Saatgut. Der Preis pro Quadratmeter beginnt bei etwa 6 Euro.

 

Dichte, sattgrüne Rasenfläche: rollen oder säen?

Auf Rollrasen fällt die Wahl, wenn Sie im Garten eine kahle Fläche haben, sich aber sofort eine dichte, makellose Rasenfläche wünschen. Der Rasen ist zum Zeitpunkt der Lieferung ein bis zwei Jahre alt und daher schon relativ robust. Die Rollen haben eine Breite von 40 bis 50 Zentimetern und werden von der jeweiligen Rasenschule direkt zu Ihnen nach Hause gebracht. Dort verlege Sie ihn entweder selbst oder lassen Ihnen gegen einen Aufpreis vom Profi ausrollen. Direkt nach dem Verlegen können Sie ihn schon vorsichtig betreten, fest mit dem Untergrund verwachsen ist er in der Regel innerhalb von zwei Wochen.

Wer gut damit leben kann, dass die Fläche ums Haus erst einmal einer Erd-Sand-Wüste gleicht, greift eher zur preiswerten Variante mit Rasensamen. Die Samen werden dafür auf der geebneten Fläche mit einem sogenannten Saatwagen ausgebracht, eingeharkt und mit einer Walze angedrückt. Die ersten, zarten Halme werden Sie bei guter Pflege nach ein paar Wochen entdecken. Bis daraus aber eine dichte, belastbare Fläche geworden ist, vergeht aber mindestens ein halbes bis ganzes Jahr. Außerdem ist in den ersten Monaten nur vorsichtiges Betreten erlaubt. Spielende Kinder und Tiere sollten Sie Ihrem Rasen zuliebe für die nächsten Monate konsequent verscheuchen.

Rollrasen verlegen: So geht’s!

Rollrasen verlegen ist keine komplizierte Sache. Allerdings kommt eine aufwendige und zeitintensive Arbeit auf Sie zu - besonders, da Rollrasen kein längeres Päuschen Ihrerseits akzeptiert. Ist er erst einmal geliefert, muss er zügig verlegt werden. Denn aufgerollt bekommt er bereits nach wenigen Stunden gelbe Stellen. Im schlimmsten Fall beginnt er zu faulen.

  • Vorbereitung
    Die Fläche auf der die Rollen verlegt werden, muss von Steinen, Unkraut, Wurzeln und altem Gras befreit und spatentief umgegraben werden. Für größere Fläche sollten Sie am besten den Spaten stehen lassen, und sich eine Bodenfräse im Baumarkt ausleihen. Anschließend muss die Fläche wieder geebnet werden, ansonsten bilden sich später Vertiefungen – so etwas sieht nicht hübsch aus und kann beim Gießen zu Pfützenbildung führen. Soll der Rasen an Einfassungen und Wegen bündig abschließen, planen Sie für den Grasteppich etwa 2 Zentimeter Höhe ein. Sofern Ihr bestellter Rollrasen nicht vorgedüngt ist, können Sie auf Ihrer kahlen Fläche sogenannten Starterdünger ausbringen. Er beschleunigt das Anwachsen. Kurz bevor Sie den Rollrasen verlegen, ist es sinnvoll, die Erde oberflächlich zu harken und zu bewässern.
  • Verlegung
    Mit der Verlegung beginnen Sie am besten im hintersten Eck Ihres Gartens und rollen den Rasen entlang der Längsseite aus. An den Enden können Sie die Rollen mit einem Messer zuschneiden. Mit dem Reststück beginnen Sie die neue Bahn. Dadurch liegen die Rollen versetzt zueinander und es entstehen keine Kreuzfugen. Achten Sie darauf, dass sich die Kanten etwa einen Zentimeter überlappen. Denn wenn der Rasen trocken wird, zieht er sich ein kleines Stück zusammen. Das reicht jedoch aus, damit sich an den Stößen kleine Spalten bilden. Anschließend sollten Sie den Rasen noch mit einer Walze andrücken und gut bewässern. Für die nächsten zwei Wochen muss er unbedingt feucht gehalten werden, damit sich die Wurzeln gut mit dem Untergrund verbinden.

Welche Vor- und Nachteile hat Rollrasen?

Die Vorzüge von Rollrasen liegen auf der Hand: Aus der hässlichen Erddeponie im Garten zaubern Sie praktisch über Nacht einen dichten, fleckenfreien und unkrautfreien Rasen. Direkt nach dem Verlegen dürfen Sie ihn schon vorsichtig betreten und nach zwei Wochen ist er vollständig belastbar. Außerdem können Sie ihn von Frühling bis Herbst verlegen und sind somit halbwegs unabhängig von der Jahreszeit.

Wer sich einen Rollrasen anschaffen möchte, sollte allerdings auch über die Nachteile Bescheid wissen:

  • Rollrasen ist sehr teuer – bei großen Flächen kommen schnell ein paar Tausend Euro zusammen.
  • Die Verlegung ist unkompliziert, aber aufwendig und körperlich anstrengend.
  • Direkt nach der Lieferung müssen Sie die Bahnen verlegen, da der aufgerollte Rasen bereits nach ein paar Stunden Liegezeit gelbe Stellen bekommen und faulen kann. Die Rollen über Nacht liegen lassen, kann schon zu lange dauern.
  • Rollrasen hat keine Vorzeige-Ökobilanz. Der Wasserverbrauch bei der Produktion ist verhältnismäßig hoch, hinzu kommen der häufige Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmittel.

Wie teuer ist Rollrasen?

Rollrasen ist teuer – das lässt sich leider nicht schönreden. In der Regel bekommen Sie den Quadratmeter ab 6 Euro aufwärts. Für denselben Preis gibt es Rasensamen, die für 40 bis 50 Quadratmeter ausreichen. Hochwertige Premiumsaat für eine gleichgroße Fläche kostet etwa 15 Euro. Vor allem bei großen Rasenfläche ergeben sich so schnell Preisunterschiede von mehreren hundert bis tausend Euro.

Preise pro Quadratmeter:

  • Rollrasen: ab 6,00 Euro
  • Rasensamen: ab 0,15 Euro

 Wer außerdem keine Lust auf aufwendige Gartenarbeit hat und den Rollrasen lieber vom Profi verlegen lässt, muss nochmal ordentlich etwas auf den Kaufpreis drauflegen. Abhängig vom Anbieter liegt der Preis für Rollrasen inklusive Verleg-Service zwischen 13 und 35 Euro. Je größer die jeweilige Fläche ist, desto günstiger wird meist der Quadratmeterpreis.

Judith Müller
Text

Bild: © Romolo Tavani – stock.adobe.com

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