DE
Have any Questions? +01 123 444 555

(Kommentare: 0)

Schmerz als frühzeitiges Alarmsystem Faszinierender Therapieansatz nach Liebscher & Bracht

Er hat eine kleine Revolution in der Schmerztherapie ausgelöst: der Therapieansatz nach Liebscher und Bracht. Im Kern werden Schmerzen nicht als Krankheit, sondern als Alarmsignal des Körpers betrachtet. Wenn Rücken oder Nacken nach einem langen Tag am Schreibtisch schmerzen, ist das eine Warnung unseres Gehirns: „Achtung, hier stimmt etwas nicht. Wenn du so weitermachst, kann es unangenehm werden!“

Dieser von Roland Liebscher-Bracht und seiner Frau Petra Bracht entschlüsselte Alarmschmerz soll verhindern, dass einseitige Bewegungen oder Positionen auf Dauer Schäden am Bewegungssystem anrichten. „Diese Schmerzen sind als Vorwarnsystem unseres Körpers zu verstehen. Sie möchten uns vor Schlimmerem bewahren, wie dem Verschleiß an Knochen, Bandscheiben oder Knorpeln“, erläutert Schmerzspezialistin Marekh Giurbino, Leiterin der Physiotherapie Nürnberg Nord, den Grundgedanken der Schmerztherapie.

Zu viele einseitige Bewegungen
Auslöser für diesen Alarmschmerz sind verkürzte Muskeln und verklebte Faszien, die schützende Muskelhaut. Wie es dazu kommt, lässt sich anhand eines Beispiels veranschaulichen: Stellen Sie sich vor, Sie sitzen acht Stunden an Ihrem Schreibtisch und haben kaum Zeit für eine kurze Pause. Um Energie zu sparen, speichert unser Gehirn das Bewegungsmuster des Sitzens am Schreibtisch ab, ähnlich der Memory-Funktion beim Autositz. Mit der Zeit passen sich die Muskeln in diesem Zustand Ihrer üblichen Sitzposition an – mit dem Ergebnis, dass sie sprichwörtlich verkümmern, weil sie nicht ausreichend im Einsatz sind. Bei bestimmten Bewegungen kann es im Folgenden jedoch zur Überspannung von Muskeln und Faszien in Bereichen des Körpers kommen, die dem entgegensteuern wollen. Wird dabei ein bestimmter Grad überschritten, drückt das Gehirn den Knopf für Alarmschmerzen.

Drei Bausteine im Kampf gegen den Schmerz
Die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht kann selbst Patienten mit langjährigen chronischen Schmerzen helfen. Im Wesentlichen beruht sie auf drei Säulen: dem Wegdrücken des Schmerzes mittels Osteopressur, den Engpassdehnungen und Massagen mit Faszien-Rollen.

Die Osteopressur ist eine manuelle Therapie, bei der gezielt Punkte am Knochen (Osteo) gedrückt (Pressur) werden. Ziel ist es, das im Gehirn gespeicherte Bewegungsmuster zu lösen, das die Fehlspannungen in Muskeln und Faszien verursacht hat – in unserem Beispiel die anhaltende Sitzposition am Schreibtisch. Gelingt dies, beendet das Gehirn die Aussendung des Alarmschmerzes.

Die Schmerzlinderung ist jedoch nur der erste Schritt. Vorbeugung der zweite. Um keine erneuten Alarmschmerzen zu provozieren, müssen die schädlichen Bewegungsmuster durchbrochen werden – Stichwort Schreibtisch. „Der normale Berufsalltag bietet dafür nur wenig Spielraum“, weiß Marekh Giurbino von der Physiotherapie Nürnberg Nord. „Daher haben Liebscher und Bracht spezielle Übungen entwickelt, um die verkürzten Muskeln und Faszien wieder in Form zu bringen.“ Diese Engpassdehnungen werden anfangs durch den Therapeuten vorgenommen. Später kann der Patient sie regelmäßig zu Hause anwenden, um weiterhin schmerzfrei zu bleiben.

Die dritte Behandlungssäule sind Faszien-Rollmassagen. „Sie helfen dabei, die Schmerzfreiheit langfristig sicherzustellen“, erklärt Marekh Giurbino. Faszien-Rollen bestehen aus Hartschaumstoff und werden zur gezielten Massage des Körpers genutzt. Verklebte Faszien sollen gelöst und Muskeln gut durchblutet werden. Durch den Druck auf das Gewebe werden Zwischenzellflüssigkeiten in Bewegung gebracht. In der Folge fließen Stoffwechsel-Abfallprodukte ab und frische, nährund sauerstoffhaltige Flüssigkeit strömt nach. Im Gehirn gespeicherte Blockaden lösen sich und die Überspannung der Muskeln wird abgebaut.

Nicht ohne Therapeut oder Arzt
„Zusammenfassend eignet sich die Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht bei Schmerzzuständen, die vom autonomen Nervensystem erzeugt werden. Das kann bei Über- oder Fehlbelastungen sowie Abnutzung oder Verschleißerscheinungen der Fall sein“, erklärt Schmerzexpertin Marekh Giurbino. Bei Krankheitsbildern wie Migräne, Tinnitus, Bandscheibenvorfällen, Arthrose, Rheuma und vielen weiteren Beschwerden kann die Schmerztherapie spürbare Verbesserungen bewirken. Wichtig ist, die Behandlung mit einem gut geschulten Therapeuten oder Arzt vorab zu besprechen

Schultheiß Projektentwicklung AG
Text

Bilder - : adobe stock

Zurück

Einen Kommentar schreiben
Bitte rechnen Sie 1 plus 7.
© 2022 Leben & Raum - Immobilienmagazin für die Metropolregion Nürnberg.
Es werden notwendige Cookies, Google Fonts, Google Maps, OpenStreetMap, Youtube und Google Analytics geladen. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und unserem Impressum.